Titan der Craftbier Szene

Das hier ist der Start in ein neues Abenteuer!

Na ja, eigentlich nicht, denn bereits zum Ende der 1980-er Jahre habe ich einige Sude Bier in der heimischen Küche in Lehrte gebraut. Auch Wein haben wir damals in unserem Bierzimmer vor sich hin gären lassen.

Obwohl ich mit großer Begeisterung dabei war, ist der Spaß recht schnell eingeschlafen. Bier brauen war im Hobbybereich erst seit 1984 legal möglich. Das Wissen darum also sehr begrenzt und nur durch die Lektüre einschlägiger Bücher erweiterbar. Das Internet in seiner heutigen Form war ja noch nicht erfunden geschweige denn zugänglich.

Die Zutaten und allerlei Hardware konnte ich immerhin in einer Drogerie irgendwo in der Hannoverschen List kaufen. Gebraut habe ich dann in einem Einmachtopf. Der stand, mangels eigener Energieversorgung auf dem guten Plattenherd in der Küche. Der Herd gab ganz sicher sein Bestes, aber auch die größte Platte reichte nur mühevoll aus, den mit Handtüchern und (ich glaube) auch mit einer Decke isolierten Topf bzw. dessen Inhalt, zu erhitzen.

So verlor ich schon beim Maischen und beim späteren Würzekochen unheimlich viel Wasser. Das sorgte dafür, dass sich die Tapeten in der Küche sehr bedenklich wellten und sich mühelos ablösen ließen. Tapezieren war allerdings nicht geplant und die damals beste Ehefrau von Allen war nicht so furchtbar amused.

Ich denke, es waren letztendlich nur zwei Sude, die daraufhin zustande kamen. Zu der Zeit standen Bockbiere bei mir und den Kumpels hoch im Kurs. So entstand dann „Willies NULL-BOCK“ zur Winterzeit im unbeheizten Bierzimmer. Untergäriges Bier zu brauen, erfordert niedrige Temperaturen – was in einer Wohnung nur schwerlich möglich war und ist, sofern keine geeignet Kühlmöglichkeiten vorhanden sind. An den Luxus zusätzlicher Kühlschränke zogen wir zu der Zeit keinesfalls auch nur ansatzweise in Betracht.

Aber wie heißt es so schön: Bier wird es trotzdem und manchmal schmeckt es auch.

Der erste Sud war so gar nichts. Ich meine mich erinnern zu können, dass das Bier eine schöne Farbe hatte. Aber das war es dann auch schon. Keine Kohlensäure, kein Schaum und wahrscheinlich auch kein guter Geschmack. Ab in den Ausguss damit 🙁

Der Zweite war dann deutlich besser. Bernsteinfarben, naturtrüb. Mäßig haltbarer Schaum (immerhin!). Und furchtbar viel Alkohol. So viel, dass selbst meine Freunde nur daran genippt haben.

Danach haben wir uns dann mit mäßigem Erfolg auf die Herstellung von Fruchtweinen verlegt. Na ja: die hatten auch ordentlich Wums.

Mit dem Erfahrungsschatz darf ich mich somit wohl als einer der ersten Craft-Bier-Brauer Deutschlands bezeichnen 😉

Die Utensilien haben im Laufe der Jahre so einige Umzüge mitgemacht, bis ich sie dann schleichend entsorgt habe. Die letzten so circa vor drei Jahren: Die Bierspindel.

Die Bücher von damals habe ich noch und in unregelmäßigen Abständen habe ich immer mal wieder angefangen, mich mit einem Neustart auseinanderzusetzen, mich dann aber anderen Dingen gewidmet. Im April 2019 kamen die Einschläge dann näher, als ich mit Lisa einen Braukurs in Rettenberg in den Räumlichkeiten der Brauerei Zoetler mitgemacht habe. Die Initialzündung war das aber auch noch nicht. Aber wenn erst einmal etwas zu keimen anfängt…
Die Zündung kam dann durch Lisas Weihnachtgeschenk 2020: Eine Braubox. Ein komplettes Set zur Herstellung von 4 Litern Bier.

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